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Initiative for fair federal taxes for married couples / Legal impacts / Ordinance: second tax calculation, the lower amount applies

Financial effect

Ordinance: second tax calculation, the lower amount applies

affects Cst. Art. 197 Ziff. 15 Abs. 2Swiss law

The ordinance would have to provide, for married couples, a second calculation alongside joint taxation, using the tax scale and deductions for unmarried persons; the lower amount would be charged. According to the Federal Council, at the current tax scales this would correspond to a revenue shortfall of around 700 million to around 1.4 billion francs per year. The Federal Council could not adjust the tax scale and deductions for unmarried persons; it is unclear whether it could redefine how the tax scales are assigned. In its view, the provision does not rule out abolishing the married persons' deduction and the dual-earner deduction. For married couples to whom the second calculation applies, the incomes would in effect not be added together; according to the Federal Council, however, the fact that the transitional provision provides for this model argues for its compatibility with Art. 128 para. 3bis.

Machine translation · German original

Die Verordnung müsste für Ehepaare neben der gemeinsamen Besteuerung eine zweite Berechnung mit dem Tarif und den Abzügen für Unverheiratete vorsehen; in Rechnung gestellt würde der tiefere Betrag. Laut Bundesrat entspräche das bei den geltenden Tarifen Mindereinnahmen von rund 700 Millionen bis rund 1,4 Milliarden Franken pro Jahr. Tarif und Abzüge für Unverheiratete könnte der Bundesrat nicht anpassen; offen ist, ob er die Zuweisung der Tarife neu festlegen könnte. Nach seiner Auffassung schliesst die Bestimmung nicht aus, dass der Verheirateten- und der Zweiverdienerabzug aufgehoben werden. Bei Ehepaaren, bei denen die zweite Berechnung greift, würden die Einkommen im Ergebnis nicht zusammengerechnet; dass die Übergangsbestimmung dieses Modell vorsieht, spricht laut Bundesrat aber für die Vereinbarkeit mit Art. 128 Abs. 3bis.

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  1. Cst. Art. 128 Abs. 3bis · SR 101

    Das Einkommen eines Ehepaars wird zusammengerechnet. Das Gesetz sorgt dafür, dass Ehepaare gegenüber anderen Steuerpflichtigen nicht benachteiligt werden.

    Cst. Art. 197 Ziff. 15 Abs. 1 · SR 101

    Transitional provisions on Art. 128 para. 3bis (No disadvantage for married couples in direct federal tax)

    Treten die gesetzlichen Ausführungsbestimmungen zu Artikel 128 Absatz 3bis drei Jahre nach dessen Annahme durch Volk und Stände nicht in Kraft, so erlässt der Bundesrat auf diesen Zeitpunkt hin die erforderlichen Ausführungsbestimmungen auf dem Verordnungsweg; diese gelten bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Bestimmungen.

    Cst. Art. 197 Ziff. 15 Abs. 2 · SR 101affected

    Transitional provisions on Art. 128 para. 3bis (No disadvantage for married couples in direct federal tax)

    Zur Sicherstellung der Nichtbenachteiligung von Ehepaaren gegenüber anderen Steuerpflichtigen regelt der Bundesrat in der Verordnung, dass für Ehepaare:

    • Cst. Art. 197 Ziff. 15 Abs. 2 refers to Cst. Art. 128 Abs. 3bisThe ordinance ensures that married couples are not disadvantaged, as required by Art. 128 para. 3bis.
    • Cst. Art. 197 Ziff. 15 Abs. 1 refers to Cst. Art. 128 Abs. 3bisThe three-year deadline applies to the implementing provisions for Art. 128 para. 3bis.
  2. Financial effect · Cst. Art. 197 Ziff. 15 Abs. 2

    Ordinance: second tax calculation, the lower amount applies

    supports

    Der Bundesrat könnte somit den Tarif und die Abzüge für unverheiratete Personen nicht anpassen. Aus der Formulierung geht hingegen nicht explizit hervor, ob der Bundesrat die Zuweisung des Tarifs neu festlegen könnte.

    supports

    Wird das Modell gestützt auf die geltenden Tarife umgesetzt, dann würden pro Jahr bei der direkten Bundessteuer geschätzte Mindereinnahmen zwischen rund 700 Millionen und rund 1,4 Milliarden Franken resultieren (Daten der Bundessteuerstatistik 2021, Hochrechnung auf das Jahr 2025).

    supports

    Bei Ehepaaren, bei denen die alternative Steuerberechnung zum Tragen kommt, findet aber im Ergebnis keine Zusammenrechnung der Einkünfte statt, wie dies die Initiative in Artikel 128 Absatz 3bis BV explizit vorschreibt. Insbesondere wenn die alternative Steuerberechnung in zahlreichen Fällen zum Tragen kommt, stellt sich die Frage, ob den verfassungsrechtlichen Vorgaben Genüge getan würde. Die Tatsache, dass die alternative Steuerberechnung in den Übergangsbestimmungen als vorübergehende Umsetzung der Initiative vorgesehen ist, spricht jedoch für die Vereinbarkeit mit der Grundnorm.

    context

    Die Volksinitiative vom 27. März 2024 «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare – Diskriminierung der Ehe endlich abschaffen!» ist gültig und wird Volk und Ständen zur Abstimmung unterbreitet.

    supports

    Die Auswirkungen auf die Steuerbelastungen und die geschätzten finanziellen Auswirkungen einer Umsetzung gestützt auf die Übergangsbestimmungen entsprechen den Ausführungen in Ziffer 4.2.3 zum Modell der alternativen Steuerberechnung.

    supports

    Zur Sicherstellung der Nichtbenachteiligung von Ehepaaren gegenüber anderen Steuerpflichtigen regelt der Bundesrat in der Verordnung, dass für Ehepaare:

    supports

    neben der gemeinsamen Besteuerung eine alternative Steuerberechnung anhand des Tarifs und der Abzüge für unverheiratete Personen gemäss der Gesetzgebung über die direkte Bundessteuer erfolgt; und

  3. Federal finances

    Less revenue from direct federal tax – how much depends on the model

    According to the Federal Council, how much less the Confederation and the cantons receive depends on how joint taxation is implemented. For the alternative tax calculation, which the transitional provision prescribes for an ordinance, it estimates a revenue shortfall at the current tax scales of around 700 million to around 1.4 billion francs per year (extrapolated to 2025). For splitting, it estimates around 1.5 to 2.2 billion francs per year with a splitting factor of 1.7, and around 2.4 to 3.1 billion with a factor of 2. Of the revenue shortfall, the Confederation would bear 78.8 per cent and the cantons 21.2 per cent. According to the Federal Council, the estimates are subject to considerable uncertainty, because tax statistics do not show how income is divided between spouses. According to the Federal Council, an alternative tax calculation would entail conversion work for the cantonal assessment authorities. According to the initiators, the population would face no additional effort, and the alternative tax calculation is compatible with the cantons' tax systems.

    Machine translation · German original

    Wie viel Bund und Kantone weniger einnehmen, hängt laut Bundesrat davon ab, wie die gemeinsame Besteuerung umgesetzt wird. Für die alternative Steuerberechnung, die die Übergangsbestimmung für eine Verordnung vorschreibt, schätzt er bei den geltenden Tarifen Mindereinnahmen von rund 700 Millionen bis rund 1,4 Milliarden Franken pro Jahr (hochgerechnet auf 2025). Für ein Splitting schätzt er rund 1,5 bis 2,2 Milliarden Franken pro Jahr bei einem Splittingfaktor von 1,7 und rund 2,4 bis 3,1 Milliarden bei einem Faktor von 2. Von den Mindereinnahmen trüge der Bund 78,8 Prozent, die Kantone 21,2 Prozent. Die Schätzungen sind laut Bundesrat mit erheblicher Unsicherheit behaftet, weil die Steuerstatistik nicht zeigt, wie das Einkommen zwischen den Eheleuten aufgeteilt ist. Den kantonalen Veranlagungsbehörden brächte eine alternative Steuerberechnung laut Bundesrat einen Umstellungsaufwand. Laut den Initiantinnen und Initianten entstünde der Bevölkerung kein Mehraufwand, und die alternative Steuerberechnung sei mit den Steuersystemen der Kantone kompatibel.

    Described only qualitatively, without a figure.

  4. Work incentives & skilled workers

    More incentives to work for second earners – but fewer than with individual taxation

    According to the Federal Council, at the current tax scales the alternative tax calculation would reduce the tax burden on second incomes where it applies; incentives for second earners to work would increase. However, the employment effects would be smaller than with individual taxation, because second incomes would continue to be taxed more heavily for the other married couples. The Federal Council considers full splitting unfavourable for work incentives. In general, it says, work incentives are smaller under joint taxation than under individual taxation; equality between women and men is promoted less, and the domestic potential of labour and skilled workers is used less. According to the initiators, for many married couples it currently does not pay for both to work; the initiative would create positive incentives to work, create new jobs and increase value added, they say.

    Machine translation · German original

    Laut Bundesrat würde die alternative Steuerberechnung bei den geltenden Tarifen die Steuerbelastung auf dem Zweiteinkommen senken, wo sie zum Tragen kommt; die Erwerbsanreize für Zweitverdienende würden steigen. Die Beschäftigungseffekte wären aber geringer als bei einer Individualbesteuerung, weil das Zweiteinkommen bei den übrigen Ehepaaren höher belastet bliebe. Ein Vollsplitting hält der Bundesrat für die Erwerbsanreize für ungünstig. Allgemein seien die Erwerbsanreize bei gemeinsamer Besteuerung kleiner als bei einer Individualbesteuerung; die Gleichstellung von Frau und Mann werde weniger gefördert und das inländische Arbeits- und Fachkräftepotenzial weniger genutzt. Laut den Initiantinnen und Initianten lohnt es sich heute bei vielen Ehepaaren nicht, wenn beide arbeiten; die Initiative setze positive Arbeitsanreize, schaffe neue Jobs und steigere die Wertschöpfung.

    Described only qualitatively, without a figure.

  5. Unmarried people & single parents

    Unmarried people: unequal treatment remains or increases

    The initiative only prohibits disadvantaging married couples; according to the Federal Council, it follows conversely that a heavier burden on unmarried people than on married people would be permissible. In its assessment, the initiative does not establish neutrality with regard to marital status: the disadvantage that unmarried people suffer in certain constellations would continue or even increase. With the alternative tax calculation, it would persist in relation to married couples who currently pay less; full splitting would place a comparatively heavy burden on unmarried people. Whether single parents and unmarried parents pay more depends on the implementation: if they lost the more favourable tax scale they currently receive, they would, according to the Federal Council, face a heavier burden. According to the Federal Council, a married couple will in every case pay less than an unmarried person with the same income, even with the alternative tax calculation. According to the initiators, by contrast, the initiative is intended to treat all couples equally, regardless of their way of life.

    Machine translation · German original

    Die Initiative verbietet nur, Ehepaare zu benachteiligen; eine Mehrbelastung von Unverheirateten gegenüber Verheirateten wäre laut Bundesrat im Umkehrschluss zulässig. Nach seiner Einschätzung stellt die Initiative keine Zivilstandsneutralität her: Die je nach Konstellation bestehende Benachteiligung Unverheirateter würde weiter bestehen oder sogar verstärkt. Mit der alternativen Steuerberechnung bliebe sie gegenüber den Ehepaaren bestehen, die heute weniger zahlen; ein Vollsplitting würde Unverheiratete vergleichsweise hoch belasten. Ob Alleinerziehende und unverheiratete Eltern mehr zahlen, hängt von der Umsetzung ab: Verlören sie den günstigeren Tarif, den sie heute erhalten, entstünden für sie laut Bundesrat Mehrbelastungen. Ein Ehepaar zahlt laut Bundesrat auch mit der alternativen Steuerberechnung in jedem Fall weniger als eine unverheiratete Person mit gleichem Einkommen. Laut den Initiantinnen und Initianten soll die Initiative dagegen alle Paare unabhängig vom Lebensmodell gleich behandeln.

    Described only qualitatively, without a figure.

  6. Single-earner and dual-earner married couples

    Relief mainly for married couples with two similar incomes

    Which married couples would receive how much relief depends on the model. According to the Federal Council, the alternative tax calculation prescribed by the transitional provision would above all provide relief to married couples whose income is evenly split between the two spouses. Dual-earner married couples could then pay less tax than single-earner married couples with the same total income; nothing would change for married couples who currently pay less than unmarried people. In the Federal Council's view, the transitional provision does not rule out abolishing the married persons' deduction and the dual-earner deduction; for married couples who currently pay less than unmarried people, that would be a tax increase. The initiators consider pure individual taxation disadvantageous for single-earner married couples; the alternative tax calculation, they say, combines the advantages of current taxation and of individual taxation without their disadvantages.

    Machine translation · German original

    Welche Ehepaare wie stark entlastet würden, hängt vom Modell ab. Mit der alternativen Steuerberechnung, die die Übergangsbestimmung vorschreibt, würden laut Bundesrat vor allem Ehepaare entlastet, deren Einkommen gleichmässig auf beide verteilt ist. Zweiverdienerehepaare könnten dann weniger Steuern zahlen als Einverdienerehepaare mit gleichem Gesamteinkommen; für Ehepaare, die heute weniger zahlen als Unverheiratete, änderte sich nichts. Nach Auffassung des Bundesrates schliesst die Übergangsbestimmung nicht aus, dass der Verheirateten- und der Zweiverdienerabzug aufgehoben werden; für Ehepaare, die heute weniger zahlen als Unverheiratete, wäre das eine Steuererhöhung. Die Initiantinnen und Initianten halten die reine Individualbesteuerung für nachteilig für Einverdienerehepaare; die alternative Steuerberechnung vereine die Vorteile der heutigen Besteuerung und der Individualbesteuerung ohne deren Nachteile.

    Described only qualitatively, without a figure.